Niedrigstenergiehaus

Im Projektverlauf entwickelten die Projektpartner Definitionen für das Niedrigstenergiehaus in ihren Ländern. Auf Basis dieser Definitionen wurden Beispiele von Gebäuden in den jeweiligen Ländern ermittelt sowie Unternehmen, Planer und politische oder finanzielle Entscheidungsträger, die bereits Erfahrungen im Bereich der Sanierung zu Niedrigstenergiehäusern sammeln konnten.

Den Rahmen für die Definitionen gaben internationale Abkommen, vor allem aber die EU-Richtlinie 2010/31/EU vor. Darin heißt es in Artikel 2, Absatz 2: " `Niedrigstenergiegebäude´ [beschreibt] ein Gebäude, das eine sehr hohe, nach Anhang I bestimmte Gesamtenergieeffizienz aufweist. Der fast bei Null liegende oder sehr geringe Energiebedarf sollte zu einem ganz wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen - einschließlich Energie aus erneuerbaren Quellen, die am Standort oder in der Nähe erzeugt wird - gedeckt werden".

Die im Rahmen von COHERENO erarbeitete deutsche Interpretation lautet:

Niedrigstenergiehäuser sind Gebäude, die die Anforderungen für ein KfW-Effizienzhaus 55 nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 erfüllen oder noch energieeffizienter sind. Gebäude, die vor dem Jahr 2009 saniert wurden, werden als Niedrigstenergiehäuser bezeichnet, wenn der spezifische Jahresprimärenergiebedarf bei maximal 40 kWh/(m2a) liegt und der Transmissionswärmeverlust auf maximal 0,28 W/(m2K) begrenzt wird.

Damit wurde auch für Gebäude, die vor in Kraft treten der EnEV 2009 saniert worden sind, ein etwa gleichwertiger Wert festgelegt: Zum einen liegt der Wert für den spezifischen Jahresprimärenergiebedarf von KfW-Effizienzhäusern 55 nach EnEV 2007 bzw. KfW-40-Häusern nach EnEV 2004 nicht über 40 kWh/(m2a). Zum anderen wird mit einem Transmissionswärmeverlust von 0,28 W/m2K ein 30% höherer Anforderungswert als für neu gebaute, freistehende Wohngebäude mit einer Wohnfläche kleiner/gleich 350m² nach EnEV 2009 gefordert.

Eine erste Übersicht über Niedrigstenergiehäuser in Deutschland, die dieser Definition entsprechen, sind hier zu finden.

 
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie